Internet der Dinge: Wie IoT für mehr Energieeffizienz sorgt

Energieeffizienz ist für unsere Zukunft ein sehr ernstzunehmendes Thema. Und spätestens seit dem Smart Home wissen wir, dass das Internet der Dinge dazu beiträgt, die Energieeffizienz in Gebäuden zu optimieren. Wenn wir genauer hinschauen.

Das Internet der Dinge wird ja inzwischen von vielen Menschen als unabdingbare Hilfe angenommen. Von manchen wird es aber bloß akzeptiert. Der Argwohn bezüglich der Sicherheit ist immer noch groß. Beim Thema Datenschutz gehen Gegner ja gleich auf die Barrikaden. Und natürlich haben sie auch Recht mit ihrem erhobenen Zeigefinger. Beim Thema Sicherheit und Datenschutz liegt sicher immer noch einiges im Argen, das verbessert werden muss. Andere Kritiker wiederum bemängeln das Fehlen von Menschlichkeit. Zum Beispiel durch die Weiterentwicklung von Chatbots. Man will sich ja auch nicht von seinem Toaster vorschreiben lassen, wie viel Weizen gesund ist oder ob man nicht vielleicht mal wieder joggen gehen sollte. Und vielleicht stört es den ein oder anderen ja auch, dass man sich demnächst mit seiner Markise über das Wetter unterhalten kann. Gerade an der Stelle aber sollten Kritiker kurz innehalten.

Energiemast

Energie effizient nutzen dank IoT

Energieeffizienz wird sicherlich kaum ohne die Mithilfe von Clouds oder smarten Geräten möglich sein. Eine Markise, die einfährt, wenn es zu stürmisch wird, weil die Sensordaten den aufkommenden Wind gemessen haben, ist erst mal nur praktisch. Die Daten hat die Markise, die natürlich mit dem Internet verbunden ist, mit dem Wetterbericht abgeglichen und fährt nun ein, weil sie „weiß“, dass es bald losgeht.

Genauso weiß die Heizung, wann wir zu Hause sind. Und sie fährt hoch, weil sie weiß, dass es kälter wird. Ebenso schaltet sie sich auch wieder ab, wenn der Besitzer morgens zur Arbeit fährt. Es wäre ja schließlich Energieverschwendung, wenn sie den ganzen Tag über eine leere Wohnung heizen sollte. Abends, eine Stunde vielleicht, bevor Mann oder Frau nach Hause kommt, drehen die Regler dann wieder hoch. Vielleicht hat das Smartphone des Eigentümers ja auch Bescheid gegeben, dass sich der Herr oder die Herrin des Hauses nun auf den Nachhauseweg macht. Oder das Auto war es. Nützlich ist dieses „Mitdenken“ in jedem Fall.

Privathaushalte können bis zu einem Drittel Heizkosten sparen

Was neben all den Spielereien, des gestiegenen Komforts und der Faszination, genau wie der Abneigung gegenüber dem Internet der Dinge nicht vergessen werden darf, ist der Nutzen für die Umwelt. Mehr Energieeffizienz führt zu weniger Schadstoffausstoß und zu weniger Umweltbelastung. So kam die Internationale Energieagentur zu dem Ergebnis, dass der weltweite Energieverbrauch bis 2050 durch verbesserte Energieeffizienz in Gebäuden, beim Transport oder bei industriellen Verfahren bis 33% verringert werden kann.

Ähnliches fand auch die Deutsche Unternehmensinitiative für Energieeffizienz heraus. So könnte der jährliche Stromverbrauch bis 2020 um 68,3 Milliarden Kilowattstunden reduziert werden. Das Internet der Dinge wird hierbei eine sehr wichtige Rolle spielen. Denn damit können Licht und Strom viel effizienter gesteuert werden. Das Internet der Dinge oder die künstliche Intelligenz der smart Devices sorgt zum Beispiel dafür, dass das Licht im Raum ausgeht, wenn sich keine Person mehr in diesem Raum befindet. Das mögen vielleicht nur ein paar Minuten sein, in denen das Licht aus ist, aber der Langzeiteffekt ist spürbar. Vor allem, wenn möglichst viele Menschen diese Technik nutzen. Sensoren, Aktoren und Cloud-Services können damit dauerhaft Energiekosten sparen. Hersteller von smarter Thermostaten und anderen Cloud-verbundenen Geräten versprechen ja bereits bis zu einem Drittel niedrigere Heizkosten.

Unternehmen profitieren von der Energieeffizienz

Den Nutzen für die Umwelt und der Nutzen für den Geldbeutel, beides geht hierbei Hand in Hand. Letzteres ist übrigens auch ein Vorteil, der sowohl für den Privatbürger als auch für das Unternehmen gleichermaßen gültig ist. Unternehmen würden sich daher selbst einen Gefallen erweisen, wenn sie beim Thema Energieeffizienz auf das Internet der Dinge setzen. Neben den Personalkosten ist der zweitgrößte Posten in der Produktion nämlich der Strom. So haben sich die Stromkosten für die Industrie seit 2005 hierzulande fast verdoppelt.
Eine smarte Lösung kann auch hier den Energieverbrauch minimieren. So sorgen zum Beispiel Bewegungsmelder dafür, dass Licht nur eingeschaltet ist, wenn sich auch eine Person im Raum aufhält.

Auch Treppenlicht-Zeitschalter sind eine gute Lösung, um Kosten und Verbrauch in Gebäuden zu verringern. Ganz zu schweigen natürlich von dem Einsatz des Internet der Dinge in der Produktion. Auch die weitere Vernetzung von Maschinen und Anlagen, die Informationen in Clouds speichern, kann eine energieeffiziente Optimierung der Prozesse ermöglichen.

Smarte Gebäude intelligent ausstatten

Auf der ganzen Welt werden inzwischen verschiedene Konzepte umgesetzt, um Energie zu sparen. Technologie in Kombination mit den richtigen Materialien kann dabei die traditionelle Gebäudetechnik für die Bereiche Heizung, Kühlung und Lüftung ablösen. In Kombination zur gesteigerten Energieeinsparung durch sensorgesteuerte Automation können Gebäude dann auch zusätzlich mit Solarpanels zur Energieerzeugung ausgestattet werden. Das wäre dann sicher das perfekte Haus in Sachen Energieeffizienz: ein Gebäude, das mehr Energie produziert, als in seinem Innern verbraucht würde.

Und als Hausmeister kann das smarte Gebäude auch noch agieren. Mit Hilfe von Sensoren lassen sich etwa Leitungsschäden direkt bei der Entstehung feststellen. Diese können schnelle behoben werden. Auch hierdurch werden durch das Internet der Dinge sicher wieder Ressourcen eingespart. Schließlich wird es höchste Zeit, wie die folgenden Zahlen zeigen.

Das Internet der Dinge rettet die Welt

In 2014 lag der weltweite Konsum an Primärenergie bei 13.699 Megatonnen Öleinheiten. Das entspricht 159.319 Terrawattstunden (TWh). Der Anteil der Stromerzeugung lag bei 21.963 TWh, was eine Freisetzung von etwa 32,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid zur Folge hatte. Vom Jahr 1950 an zurückgerechnet stieg der Energieverbrauch von 24.500 TWh auf rund 131.400 TWh im Jahr 2010. Wenn man weiter rechnen würde, würde sich der Energieverbrauch bei einer gleichen Wachstumsrate des Pro-Kopf-Energieverbrauches und bei einem gleichzeitigen Anstieg der Weltbevölkerung bis 2050 auf über 350.400 TWh erweitern.

Noch mehr Energie also? Aus diesen Berechnungen und Prognosen heraus wird die Notwendigkeit von Energieeinsparungen sehr deutlich. Besonders die reichen Staaten stehen hier in der Verantwortung. Die Möglichkeiten durch Sensoren, Clouds und Gebäudeautomation müssen genutzt werden. Am Ende kann man also sagen, das Internet der Dinge hilft dabei, unsere Welt zu retten. Ganz einfach. Und gerade deshalb sollten Kritiker nicht bloß kritisieren, sondern vielleicht gemeinsam nach Lösungen suchen.