Smart Home Geräte oder die Emanzipation des Geschirrspülers

Computer können rechnen. Ziemlich schnell sogar. Trotzdem ist das längst kein Grund mehr für Arroganz. Unsere Computer sind seit dem Einzug der Smart Home Geräte nämlich nicht mehr die alleinigen Kings of bits and bytes in unserem Haus. Sogar der Geschirrspüler hat sich inzwischen längst emanzipiert und beschränkt sich nicht mehr auf das bloße Reinigen von Tassen und Tellern. Und das obwohl die Erfinder des PCs in den Vierzigern noch dachten, dass man von einem Personal Computer weltweit höchstens fünf Geräte verkaufen würden! Im Jahr 2017 besitzt in Deutschland fast jeder einen PC, Laptop oder Tablet. Und darüber hinaus verfügen eben auch Haushaltsgeräte und Autos über eine gewisse Rechenleistung. Glamouröser ausgedrückt könnte man sagen, sie verfügen über die sagenumwobene Künstliche Intelligenz. Dank dem Internet der Dinge und anderen Errungenschaften inzwischen häufiger anzutreffen.

Die effiziente Steuerung von Licht, Strom und Energie mutet tatsächlich oft ziemlich intelligent an. Dank moderner Technik vereinfachen kluge Geräte nämlich nicht nur unseren Alltag. Sie ersparen uns tatsächlich auch Zeit und Geld. Eine Fußbodenheizung, die sich danach richtet, ob man sich im Raum befindet beispielsweise. Oder Licht, das sich von allein abschaltet, wenn man ins Bett geht u.s.w. . Energieeffizienz ist vor allem in Anbetracht der weltweiten Umweltprobleme und der bevorstehenden Knappheit von Öl nicht unerheblich. Zeit für einen kurzen Überblick.

Das Zuhause denkt mit

Beim Thema Smart Home sind aber nicht nur die Kosten entscheidend. Vorteile gibt es auch auf der praktischen und der emotionalen Seite. Wie oft fragt man sich, ob Bügeleisen oder Kaffeemaschine ausgeschaltet sind, wenn man das Haus verlassen hat. Mit Smart Home Geräten sind solche Fragen wohl Schnee von gestern.
Das uns die Dinge, die uns täglich umgeben, einmal derart unter die Arme greifen, wer hätte das vor einigen Jahren noch gedacht? Dabei ist die Entwicklung von technischen Geräten im Bereich des Internet der Dinge oder eben jener besagten Künstlichen Intelligenz so natürlich wie die Evolution. Warum sollten man eine Heizung nicht die Energiekosten senken lassen, wenn sie es dank einer Verbindung zu einem Gerät mit Rechenleistung nun mal kann. Bei einer entsprechenden Programmierung werden auch die Fenster bei starkem Wind automatisch geschlossen. Oder die Lüftung oder die Beleuchtung richten sich in voller Demut nach Ihrer Anwesenheit oder Abwesenheit. Und wenn man lieber selbst die Hand am Drücker hat, kann man seinen Haushalt mit dem Smartphone kontrollieren. Oder man kann sich von den Geräten bloß daran erinnern lassen, dass das Garagentor noch offen steht. Oder die Temperatur herunterregeln lassen.

Wie Smart Home Geräte lernen und arbeiten

Toll, diese Evolution, oder? Und eigentlich relativ einfach zu umzusetzen, wenn man die Details beachtet. Jedes Haushaltsgerät, das Strom nutzt, kann schließlich auf ein Heimnetzwerk und damit auf einen Befehl eingestellt werden. Woher die einzelnen Komponenten der Aufgaben kommen? Sensordaten wie zum Beispiel die Daten eines Windmessers abfragen und entsprechend darauf reagieren, das ist eine der Möglichkeiten, mit der Smart Home Geräte arbeiten. Der Windmesser, Temperaturfühler oder Bewegungsmesser misst zunächst die Daten, die dann dafür nötig sind, um beispielsweise eine Markise bei einem Schwellenwert ein- und wieder rausfahren zu lassen. Durch die Vernetzung mit dem sogenannten Smart Home System lernen die Geräte nämlich, welche Aufgaben sie zu meistern haben. Dabei bildet eine Smart Home Zentrale die Schnittstelle für alle Geräte. Hier werden die Sollwerte vorgegeben und Istwerte entsprechend überprüft. Danach wird gehandelt.

Was ein Smart Home Einsteiger beachten sollte

Wer sein eignes Heim zu einer fürsorglichen Intelligenzbestie erziehen möchte, sollte sich vorab mit den verschiedenen Systemen und Geräten auseinandersetzen. Welche Bestandteile sind einem wichtig? Soll die Verknüpfung über Funk, eine Datenleitung oder die Stromleitung laufen? Wichtig ist auch, dass die Zentrale kompatibel mit den einzelnen Smart Home Geräten ist, da sie schließlich die einzelnen Funktionen regelt, den Geräten bei der Kommunikation untereinander hilft und zugleich eine steuernde Funktion einnimmt.

Als eine Art Verteiler sammelt und verteilt die Zentrale die einzelnen Daten- und Kommunikationsströme in einem in sich geschlossenen Netzwerk. Ähnlich wie bei einem Computernetzwerk. Jedes Signal enthält einen Code, der die Einheit identifiziert (die Tischlampe im Wohnzimmer oder das Radio im Schlafzimmer) und eine Anweisung wie etwa „Einschalten“ oder für Lampen auch „Aufhellen“ oder „Dimmen“ weitergibt. Dabei beeinflusst das Signal nur das Gerät mit dem jeweils richtigen Code. Abgesehen davon, können wie bereits erwähnt auch Sensoren wie Bewegungsmelder oder Thermostate für eine Aktion des Smart Home Gerätes sorgen. Mit den meisten Systemen können aber auch Geräte mit einer Handfernbedienung bedient werden. Die Fernbedienung sendet dabei Signale direkt an jedes Modul mit Funkwellensignalen oder sie kommuniziert mit der zentralen Steuerung, welche die Signale entsprechend weiterleitet.

Wichtig für den Anwender ist es, vor der Anschaffung zu überdenken, wie die einzelnen Smart Home Geräte miteinander kommunizieren können. Und welches System das dazu passende ist. Smart Home Systeme einzelner Hersteller sind meist auf die Smart Home Geräte aus dem eigenen Haus ausgerichtet. Telekom oder RWE bieten komplette Lösungen. Aber es gibt auch unabhängige Smart Home Systeme, die es ermöglichen, Smart Home Geräte unterschiedlicher Hersteller zu kombinieren. Einige Smart Home Systeme setzen dabei auf Funk, andere bieten drahtgebundenen ebenso wie drahtlosen Kommunikationswege an.

Zahlen und Fakten vom Smart Home Markt

Praktische Hilfe, Kostenersparnis oder auch Sicherheit, wenn man die neuen Möglichkeiten der Einbruchsicherung durch Smart Home Geräte mit einbezieht. Das sind schon eine ganze Menge Vorteile, welche die technische Evolution mit sich bringt. Dank des Internets und vor allem des Internets der Dinge ist es schließlich auch relativ einfach, die Geräte des Alltags so einzurichten, so dass man sie mit künstlicher Intelligenz ausstatten, sie klug und gelehrig werden lassen und von überall auf der Welt kontrollieren kann.
Eine Entwicklung, die bei den Verbrauchern offenbar ganz gut ankommt. Laut einer Studie von „Statista“ beträgt der Umsatz im Smart Home- Segment im Jahr 2017 etwa 1.296 Millionen Euro. Laut der entsprechenden Prognose soll im Jahr 2021 bereits ein Marktvolumen von 4.146 Millionen Euro erreicht werden, was einem jährlichen Umsatzwachstum von sagenhaften 33,7% entsprechen würde. Bereits heute sagen ja 58% der Deutschen, dass sie sich mit Smart Home-Technologie sicherer fühlen würden. Das ergab eine aktuelle Forsa-Umfrage.