Warum das Internet der Dinge die Zukunft ist und wie es unsere Gegenwart prägt

Das Internet der Dinge als Vision. Schauen wir mal genauer hin: Wir schreiben das Jahr 2028. Daniel K. aus Düsseldorf checkt die neuesten Verkaufszahlen der IoT-Devices der Firma, für die er arbeitet. Der Markt für Haushaltsroboter ist um 50% gewachsen. Daniel ist zufrieden. Sein Smartphone meldet derweil, dass sein Rasierapparat neue Klingen bestellt hat. Dankeschön! Der Wagen übernimmt die Fahrt nach Hause. In der Zwischenzeit schaut er sich die Daten seines Fitnessarmbands an. Auf den Grafiken, die sein Smartphone präsentiert, sieht er, was das Fitnessgadget erfasst und wie sich seine Werte, die in der Cloud abgelegt wurden, entwickelt haben. Er sollte später wohl besser noch eine Runden Joggen gehen. Als Daniel zu Hause ankommt, fährt das Garagentor automatisch hoch. Durch die Kommunikation mit den anderen Connected Devices, brodelt die Fußbodenheizung bereits. Das Licht im Haus ist angegangen. Roberts Lieblingsmusik läuft.

Schöne neue Welt? Wie viel aus diesem Szenario längst in der Gegenwart angekommen ist und warum die Geschichte des Internet der Dinge noch lange nicht zu Ende geschrieben ist, zeigt uns der Blick auf die aktuelle Lage.

Die künstliche Intelligenz unserer alltäglichen Geräte

Die intelligente Steuerung von Licht, Strom und Energie wird bereits genutzt. So gibt es im modernen Smart Home längst eine Verknüpftung zwischen Heizung und Smartphone. Eine Verbindung, die dafür sorgt, dass man den eigenen Energieverbrauch im Blick behält. Mit einer entsprechenden App wird die Heizung gesteuert. Dabei muss man selbst nicht mehr aktiv werden. Leben und leben lassen. Die Fenster klappen von alleine zu, wenn die ersten Tropfen fallen. Das Licht geht an. Die Jalousien werden hochgefahren, sobald die Sensoren melden, dass man aufgestanden ist. Sensoren, Aktoren und Cloud-Services sind also heute schon in vielen Haushalten zu finden.

Der Markt für das Smart-Home-Segment entwickelte sich den Zahlen des GfK Handelspanels nach zu urteilen im vergangenen Jahr sehr stark. So stieg der Umsatz in den ersten zehn Monaten um 10% auf 3,1 Milliarden Euro. Schätzungen zufolge soll die Anzahl der Haushalte, die in Deutschland mit Connected Devices ausgestattet sind, im Jahr 2021 bei 13,7 Millionen liegen. Aber nicht nur im Haus werden Daten gesammelt und genutzt. Auch der Bordcomputer ist aus den modernen Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken. Vorbei sind die Zeiten, in denen man Stadtpläne zu Papierungetümen auseinanderfalten musste, um von A nach B zu kommen. Auch hier  ist ein Fortgang nicht aufzuhalten. Allein VW will angeblich bis 2020 rund 90 Millionen vernetzte Autos in den Verkehr bringen. Für die gesamte Auto-Industrie sollen es bis zu 2030 Milliarden Fahrzeuge sein.

Die Weiterentwicklung des Internet der Dinge in allen Bereichen

Auch an der Vernetzung von Maschinen, Anlagen und Produkten, die Informationen in Clouds speichern, um sie für die Optimierung von Prozessen zu nutzen, wird weitergearbeitet. Auf diese Weise sorgt das Internet der Dinge auch in der Werbewelt und der Konsumelektronikindustrie für große Euphorie:

• McKinsey schätzt das Marktpotenzial bis 2020 auf 3,7 Milliarden US-Dollar.
• Die Unternehmensberatung Bain schätzt den Gesamtmarkt bis 2020 sogar auf 470 Milliarden Dollar.
• General Electric wagt die Voraussage, dass das die Power, die in den Data Clouds steckt, in den nächsten 15 Jahren auf 60 Billionen Dollar ansteigen wird.

Gibt es noch Zweifel? An dieser Stelle werden die Datenschützer den Finger erheben. Sicher nicht ohne Berechtigung. Neben den datenrechtlichen Bedenken, welche natürlich nicht außer Acht gelassen werden dürfen, sind es aber trotzdem die praktischen Vorteile, die viele User bereits überzeugen. Ein aktuelles Beispiel liefert eine Entwicklung in einem ganz anderen Segment: So können die Kunden des VIP-Parkhauses am Düsseldorfer Flughafen seit einiger Zeit die Dienste des Roboters „Ray“ in Anspruch nehmen. Ray hat dort das passgenaue Einparken übernommen. Auf diese Weise können rund 40% mehr Autos auf der gleichen Fläche abgestellt werden. Viel wichtiger aber für den Kunden: Ray ist stets über die Abflüge und Ankünfte am Flughafen informiert. Er sortiert die Autos entsprechend ein, damit sie pünktlich zur Ankunft ihrer Besitzer wieder bereitstehen.

Leben retten und erleichtern

Mag diese besondere Einparkhilfe ein nettes Gimmick sein, sind es vor allem die vernetzten Haushaltsgeräte, die sich weiter entwickeln und nützlich werden können. Nützlich in der Form, dass sie unter anderem auch Leben retten oder in einigen Fällen wieder lebenswerter machen. Dadurch würde nämlich ein ganz anderes Problem geschmälert werden. Die vernetzten Geräte können zum Beispiel dabei helfen, dass alte Menschen länger in ihren eigenen Wohnungen bleiben. Automatische Sturzerkennung, Herdplatten, die sich selbst abschalten und vieles mehr kann dabei helfen. Auch hier geht die Entwicklung der Technologie voran.

Weitere Daten und Fakten zur Zukunft des Internet der Dinge

Schaut man sich die Zahlen an, kann man ohnehin nur zu der Feststellung kommen, dass das Ende der Geschichte vom Internet der Dinge noch lange nicht erreicht zu sein scheint. Der „Forrester Report“ der Forrester Research, Inc., eine der einflussreichsten Beratungsfirmen für Wirtschaft und Technik, liefert weitere Hinweise. Er prognostiziert, dass neben den IoT-Devices des Alltags auch die Segmente Transport, Sicherheit und Überwachung sowie der Einsatz in der Industrie für weiteres Wachstum der Welt der Data Clouds sorgen werden. Forrester hatte dazu eine weltweite Umfrage zum Thema IoT gestartet. 23% der globalen Unternehmen und etwa 14% der kleinen und mittelständischen Unternehmen, die befragt wurden, gaben an, das Internet der Dinge derzeit zu nutzen. Die Mehrheit der globalen Unternehmen gab außerdem an, Pläne für die weitere Nutzung auszuarbeiten.

Wie schnell die Geschichte des Internet der Dinge in den nächsten Jahren tatsächlich noch wächst, mag am Ende vielleicht nur eine Vermutung sein. Fakt aber ist, dass die Menge der Connced Devices, die auf den Markt kommen, täglich und damit auch die Zahl der IoT-Devices-Hersteller weiter anschwillt. Eine ganz schöne Rasanz, wenn man bedenkt, dass die kommerzielle Seite der Geschichte des Internets ja erst 1990 mit dem Abschalten das Arpanet begann. 1993 machte das Internet gerade mal 1 % der Informationsflüsse der weltweiten Telekommunikationsnetze aus. Im Jahr 2007 waren es dominante 97%. Im aktuellen IHS-Report wird prognostiziert, dass der IoT-Markt von rund 15,4 Milliarden Devices im Jahr 2015 auf etwa 30,7 Milliarden Devices im Jahr 2020 wachsen wird.

 

[bctt tweet="Im aktuellen IHS-Report wird prognostiziert, dass der IoT-Markt von rund 15,4 Milliarden Devices im Jahr 2015 auf etwa 30,7 Milliarden Devices im Jahr 2020 wachsen wird."]