Dash Button: Für Bestellungen auf Knopfdruck

Dash Button, das ist der Dschinni der smarten Dinge. Nicht bloß die Lampe wird damit zum magischen Gegenstand, der Wünsche erfüllt. Und natürlich Glühbirnen nachbestellt.  Auch die Kaffeemaschine oder die Waschmaschine verfügen dank Dash Button über besondere Kräfte. Sie ordern nämlich Kaffeepads und Waschmittel nach.  Dazu muss man drei Mal über die Kaffeemaschine reiben? Nein, nicht ganz. Man drückt bloß einen Knopf. Der Effekt ist aber ähnlich. Wenig Aufwand, große Wirkung könnte man sagen. Denn eigentlich ist der Dash Button ja ein kleiner fast unsichtbarer Helfer, der den Alltag erleichtert.

Nun aber wird der zauberhafte Knopf weltweit vom Markt genommen. Dies gab Amazon gerade erst bekannt. Wobei der Internet-Händler betonte, dass die Entscheidung, keinen Bestell-Knopf mehr anzubieten, nichts mit dem Gerichtsurteil aus Deutschland zu tun habe. Das Oberlandesgericht München hatte nämlich im Januar erst zu Gunsten der Verbraucher-Zentrale in Nordrhein-Westfalen entschieden.  Anlass zum Streit war der Vorwurf, dass Amazon gegen Gesetze zum Online-Handel verstoße. Durch das Bestellen auf Knopfdruck würden beim Einkauf die jeweiligen Infos zum Inhalt, Preis oder auch der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlen.

Ein Klingelknopf für den unsichtbaren Service

Tatsächlich besitzt der Dash Button natürlich kein Display, der solche Information aktuell anzeigt. Dafür ist er auch nicht gedacht. Er ist vielmehr eine innovative Haushaltshilfe, die darauf setzt, dass der Kunde eben weiß, was er da tut. Er ordert ein Produkt, das er für den täglichen Bedarf braucht. Dies kann er, ohne extra dafür ins Internet zu gehen und das Amazon Konto aufzurufen. So sind für etwa 70 Artikel vom Waschmittel, über Windeln bis zum Kaffee oder Kosmetikartikel solche WLAN Bestellknöpfe erhältlich gewesen. Der Kunde konnte den Dash Button für sein Wunschprodukt bestellen und ihn dort anbringen, wo er für ihn am nützlichsten ist. Ein Beispiel: Der Bestellknopf für das Waschmittel wird an der Waschmaschine angebracht. Optisch erinnert der Button an eine Türklingel mit Klingelschild. Nur steht dort anstatt des Namens eben das Logo des Anbieters des Produkts, das man gerne bestellt.

Funktionsweise des Dash Button

Technisch gesehen ist das Dash Button ein kleines elektronisches Gerät. Also ein smarter Dschinni, der eine Dash-Schaltfläche besitzt. Und er ist mit dem WLAN verbunden.  Durch diesen kann das entsprechende Produkt bestellt werden. Dazu wird der Knopf vom Benutzer so konfiguriert, dass über das Amazon-Konto eine bestimmte Menge nachbestellt wird, wenn man den Knopf drückt. Das ist mitunter noch hilfreicher  als es beispielsweise das Kauf-Abo eines Produktes ist. Schließlich wird hierbei genau nach Bedarf nachbestellt. Und dieser Bedarf wird eben auch am Ort des Geschehens ermittelt.

Bleiben wir beim Tatort Waschmaschine. Der Dash Button fürs Waschmittel wird mit Hilfe von Klebeband oder eines Plastikclip an der Maschine angebracht.  Ich stelle fest, dass ich in diesem Monat eben mehr gewaschen habe und daher viel eher ein neues Waschmittel brauche, als üblicherweise. Durch das Betätigen des WLAN Bestellknopfes wird ein Wi-Fi-Signal an die Amazon Shopping-App gesendet. Dadurch wird das Produkt dann automatisch nachgeordert.  Gleichzeitig wird eine Message an mein Smartphone gesendet. Dadurch erhalte ich die Bestätigung meiner Bestellung. Außerdem habe ich noch eine  halbe Stunde Zeit hat, um den Bestellvorgang abzubrechen. Anschließend liefert Amazon die Waren dann aus.

Übrigens haben auch andere Unternehmen die Bestellinnovation namens Dash Button bereits getestet. So hat etwa der Handelskonzern Valora testweise Energiedrinks per Knopfdruck ausgeliefert. Das Unternehmen war vom positiven Echo seitens der Kunden überrascht. Und natürlich auch angetan. Schließlich bietet das Bestellen per Knopf auch für Unternehmen einige Vorteile.

Vorteile für Unternehmen und Kunden

Kundenbindung trifft auf Pragmatismus. So in etwa lautet die Quintessenz des Dash Button. Der Kunde erleichtert sich den Alltag. Und das Unternehmen sorgt für eine höhere Kundenbindung. Das Lieblingsprodukt per Knopfdruck bestellen. Genau das führt zu einem Automatismus, der die Verbundenheit mit der Marke noch erhöht. Der Button fürs Waschmittel und das entsprechende Produkt gehören zum Alltag wie das Wäsche waschen selbst. Intensiver kann eine Bindung zwischen Marke und Kunde kaum laufen.  Schließlich ist das praktische Nachbestellen ohne Aufwand von vielen Kunden ja auch gut aufgenommen worden.

Darüber hinaus haben Bastler und Tüftler die Funktionsweisen der Knöpfe für andere smarte Dinge nutzen können. So wurden die Knöpfe derart umgearbeitet, dass etwa vernetzte Lampen im Smart Home damit gesteuert werden können. Deshalb gibt Amazon selbst zum Beispiel die Steuerung von Philips-Hue-Lampen als Verwendungszweck an. Die für Derartiges vorgesehene  Version des Knopfs wird auch weiter angeboten. Sehr zur Freude der Bastler natürlich.

Ende des Services –  Und nun?

Ansonsten ist eben erst mal Schluss mit dem Service per Knopfdruck. In einer Stellungnahme zum Urteil des Oberlandesgerichtes gab Amazon übrigens folgendes an: “Das heutige Urteil ist nicht nur innovationsfeindlich – es hindert Kunden auch daran, selbst eine informierte Entscheidung darüber zu treffen, ob ihnen ein Service wie der Dash Button ein bequemes Einkaufserlebnis ermöglicht. Wir sind davon überzeugt, dass der Dash Button und die dazugehörige App im Einklang mit der deutschen Gesetzgebung stehen. Daher werden wir Rechtsmittel einlegen.”

Wie immer sich die Dinge auch entwickeln werden. Der alte Dash Button kann natürlich durch andere praktische Dschinnis ersetzt werden. So kann der Kauf ja auch per Sprachsteuerungen mit Alexa oder Siri getätigt werden. Ebenso sind kluge Smart-Home-Geräte wie automatisch nachbestellende Rasierapparate im Kommen.

Der virtuelle Dash Button

Oder man nutzt eben den neuen Virtual Dash Button. Dieser ist gerade auch in Deutschland eingeführt worden. Auch hier kann man ein Produkt per Knopfdruck bestellen. Allerdings nicht mit dem praktischen Knopf, der sich am „Tatort“ befindet.  Sondern über die App. Dazu kann man seine persönlichen virtuellen Dash Buttons im eigenen Konto auf der Amazon-Website, dem Echo Show  oder in der Shopping-App auswählen.

Als Kunde kann ich die Buttons selbst benennen. Ich kann sie sortieren und auch löschen. Manche Buttons werden nämlich unter Umständen ganz automatisch angelegt. So zum Beispiel bei der regelmäßigen Bestellung von Kaffeepads oder Katzenstreu. Hier wird automatisch ein Button in meinem Konto hinterlegt. Diesen kann ich dann per App oder eben per Sprachsteuerung nutzen. Im Gegensatz zum alten physikalischen Bestellknopf liefert der virtuelle Dash Button übrigens auch  weitere Informationen zum Produkt. So kann man zum Beispiel auch den tagesaktuellen Preis erfragen.


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