Im Oktober 2019 führte Capgemini Research Institute eine Studie durch, um den Einfluss der Automatisierung auf Einzelhandelsgeschäfte zu beurteilen. Wir stellen euch die Ergebnisse vor.

Capgemini Research Institut ist ein hochwertiger Think Tank, der die Auswirkungen der Digitalisierung bei großen traditionellen Unternehmen erforscht. Endergebnis dieser Studie ist, dass es viele Vorteile für den Einzelhändler wie auch dessen Kunden gibt, wenn ein Handelsunternehmen seine Läden automatisiert.

Die Studie ist in vier Abschnitte aufgeteilt.

  1. Erstens ermittelt sie, was für Aspekte der Automatisierung Kunden gefallen.
  2. Zweitens werden die zahlreichen Vorteile der Automatisierung in Läden beschrieben.
  3. Drittens beschreibt es die Wichtigkeit, Vertrauen mit seinen Kunden aufzubauen, um seine Läden erfolgreich aufzurüsten.
  4. Zuletzt wird erklärt, wie man seinen Laden dementsprechend automatisiert. 
Mobiltelefone helfen bei der Automatisierung.

Wie reagieren Kunden auf die Automatisierung?

Laut der Studie reagieren Kunden überwiegend positiv auf die Automatisierung im Handel. Dies liegt größtenteils daran, dass Kunden glauben, ihre üblichen Probleme damit leichter überwinden zu können. 

Ein weiteres Argument, dass bei den Kunden gut ankommt, ist das Thema der Nachhaltigkeit. Laut der Studie meinen daher 69% der Verbraucher, dass sie lieber bei einem Händler einkaufen würden, der Automatisierungstechnik nutzt, um Nahrungsmittelabfälle zu reduzieren.

Was für Vorteile bringt Automatisierung im Handel?

Es gibt laut der Studie bemerkbare Vorteile der Automatisierung für Händler und Verbraucher.

Verschiedenste Händler haben mit Hilfe von Automatisierung nicht nur mehr Einkommen generiert, sondern auch viele Kosten gespart. So hat zum Beispiel Ikea mit der Einführung ihrer “Smart Bins” die Nahrungsmittelabfälle um 26% reduziert.

Laut Umfrage haben Händler 10% ihrer Kosten durch “Click and Collect” Bestellungen gespart. Das sind Bestellungen, die der Verbraucher nach einer Online-Bestellung sofort im Laden abholen kann.

Wichtig sind natürlich auch die Vorteile, die Verbraucher durch die Automatisierung im Handel gewinnen. Laut Umfrage meinen 56%, dass sie ihre Online-Einkäufe künftig in einem Smart Store machen würden, wenn sie dort ein positives Erlebnis erwartet. Viele sind auch der Meinung, sie würden in Smart Stores öfter einkaufen als in herkömmlichen Läden, wenn sie dort schneller ihre Ware finden und bezahlen könnten. 



Laut Studie gibt es allerdings eine wichtige Hürde, die erst einmal überschritten werden muss, bevor Kunden überhaupt in den Laden kommen: Immer weniger Kunden scheinen zu glauben, dass die Automatisierung im Handel ihnen zugunsten eingesetzt werde, sondern sie eher dazu diene, den Prozess für den Händler zu erleichtern. Daher liegen die Probleme der Automatisierung laut Studie weniger an der Technik als an der endgültigen Anwendung. Es bleibt als Unternehmen also weiterhin wichtig, das Vertrauen zum Kunden aufzubauen.

Vertrauen und Nähe zum Kunden trotz Automatisierung?

Für Einzelhandelsgeschäfte ist es trotz der Digitalisierung weiterhin wichtig, Nähe zum Kunden aufzubauen. In einer voll-automatisierten Welt stellt das viele jedoch vor Herausforderungen.

Grund daran ist: 51% der Kunden sind immer noch skeptisch gegenüber dem Konzept, kein Personal in einem voll-automatisierten Laden zu haben. Für manche ist die Interaktion mit dem Personal im Laden der einzige soziale Kontakt und andere denken, sie bräuchten Hilfe an Selbstbedienungskassen.

Es ist daher wichtig, Verbrauchern zu zeigen, dass die Automatisierung auch mit menschlichem Kontakt ermöglicht werden kann. Ein effektives Zusammenspiel zwischen Personal und digitaler Technik wäre daher von großem Vorteil für den Einzelhandel. Dies bedeutet, dass die Entwicklung der Technik für die Automatisierung im Handel flexibel bleiben und passend integriert werden muss.

Effektives Betriebsmodell zur Digitalisierung im Handel

Im letzten Teil der Studie werden fünf Schritte zur Umsetzung einer effektiven Automatisierung beschrieben. Einer dieser Schritte beschreibt die drei Bestandteile des Betriebsmodell, die zu einer effektiven Automatisierung führen:



  1. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass man einen zentralen Verantwortlichen hat, der für den Einsatz der Technik zuständig ist. Da bei einem komplexen Prozess wie der Automatisierung sehr viele verschiedene Leute involviert sind, ist es wichtig, die Dienstleister der Technik auf einen zu reduzieren.
  2. Das System sollte sich in dein existierendes Ecosystem implementieren lassen. Sucht man sich einen externen Dienstleister, so lässt sich durch deren Bestreben, besser als die Konkurrenz zu sein, ein positiver Impact für die Implementierung gewinnen. Durch diese Konkurrenz besteht eher die Wahrscheinlichkeit, dass Dienstleister versuchen, ihre IT Lösungen dem schon vorhandenem System eines Unternehmens anzupassen. Anstatt interne Lösungen zu suchen, können Partnerschaften mit Start-ups die Möglichkeit bieten, schneller eine innovative Vorreiterrolle einzunehmen. Dies kann für Konzerne von großem Vorteil sein.
  3. Der dritte Bestandteil beschreibt, wie wichtig es ist, flexibel zu arbeiten. Dies gelingt mithilfe agiler Arbeitsmethoden und agiler Entwicklung. Durch eine flexible Zusammenarbeit lässt sich die Automatisierung im Handel sehr viel einfacher skalierbar einsetzen. In der Studie Agile at Scale beschreibt Capgemini dies ausführlicher.

Werden diese Schritte umgesetzt, können sich nicht nur Vorteile für Kunden und Händler ergeben, sondern auch ein strategischer Vorteil gegenüber digitalen und Online-Händlern ermöglicht werden.

Mehr zum Thema im vorherigen Artikel: IoT im Handel: 5 Trends, auf die der Handel setzen muss


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Robert Jänisch,
CEO @ IOX

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