Digital Twin: Wie er für Transparenz in der Logistikbranche sorgt

Digital Twin – der Ausdruck steht nicht nur für eine digitale Möglichkeit, Zeit und Geld zu sparen. Der digitale Zwilling erhöht auch die Effizienz in der Logistikbranche. Und damit passt er die Lieferung von Waren an, die oft selbst digital geworden sind. Oder zumindest digital eingekauft wurden. Er simuliert die physische Beschaffenheit oder das Verhalten von Objekten und Systemen, um Assets und deren Lieferung besser zu überblicken und zu verwalten. Damit bringt er eine natürliche Entwicklung in Gang. Unsere Welt ist schließlich schnelllebig geworden. Waren werden mit einem Fingerwisch über das Display gekauft.

Das Internet der Dinge hat eine Vielzahl an intelligenten Produkten ermöglicht. Rasierapparate, die Rasierklingen ordern oder Connected Cars, die sich von selbst bei der Werkstatt anmelden, wenn ihnen etwas fehlt. Intelligente Produkte mischen die Wirtschaft auf, indem sie die täglichen Abläufe erleichtern. In der Industrie 4.0 werden Prozesse optimiert und unser Smart Home steht bald in der Smart City. Warum also sollte die Logistik nicht auch in besonderer Weise von smarten Technologien profitieren, wenn sie schon für die Verbreitung all dieser klugen Maschinen oder Geräte sorgt?

Der Digital Twin ist in der Logistik angekommen

Die Logistik profitiert ja auch längst. Der Digitale Twin ist jüngst für seine Fähigkeiten, Dinge transparent werden zu lassen und für eine Optimierung zu sorgen, zum Superstar in der Logistik geworden. Was genau er dort macht? Bisher war es so, dass das Internet der Dinge schon für eine erheblich höhere Transparenz im Bereich Logistik sorgen konnte. Man kennt das selbst. Es wird etwas bestellt und dann online nachgesehen, wo sich die Ware befindet. Das ist vor allem für den Konsumenten eine prima Sache. Und auch für den Dienstleister natürlich. Durch den Einsatz von Digital Twins aber lässt sich noch mehr erreichen.

Wird eine komplette Supply Chain per Digital Twin dargestellt, lassen sich Lieferverzögerungen vermeiden. Probleme können zeitig erkannt und umgangen werden. Sei es bei der Auslieferung oder durch eine Optimierung des Weges durch den Verkehr. IoT Sensoren überwachen die Artikel. Ihre Bestellung wird durch den Digital Twin automatisch für eine perfekte Route sorgen. Auch wenn eine mögliche Behinderung erkannt wird. Ebenso werden die digitalen Zwillinge in Lagerhäusern eingesetzt. Das digitale Modell wird laufend mit Echtzeitdaten gefüttert. Dadurch erhält der Supplier einen permanenten Überblick über den Zustand von Maschinen und die Verfügbarkeit der Bestände.

Das optimierte Warehouse

Das moderne Lager kann anhand der Digital Twins optimal bestückt werden, so dass eine schnelle Auslieferung gewährleistet wird. Digitale Zwillinge könnten dabei zunächst erhebliche Auswirkungen auf Aussehen und Betrieb von Lagerhäusern und Vertriebszentren haben. Direkt bei der Einrichtung eines Warehouses sozusagen, die dann eine ideale Basis bieten könnte. Der digitale Zwilling wäre ein Modell der Einrichtung selbst, die laufend mit IoT-Daten versorgt würde. Damit wären die Bestands- und Betriebsdaten, einschließlich der Größe, Menge, Position und Nachfragemerkmale jedes Artikels nicht nur sofort verfügbar. Auch die Raumnutzung und die Anordnung der gelagerten Güter würden dank des Warehouse Digital Twins optimiert werden. Die Bewegung von Produkten, Personal und Material würde in der virtuellen Simulation geprüft und das beste Verfahren umgesetzt werden.

Zum Beitrag Digital Twin Transparenz Logistik - Container im Hafen

Die Supply Chain 4.0

Darüber hinaus können Digital Twins dank der digitalen Nachbildungen physischer Bestände und Systeme die Effizienz von Lieferketten erhöhen. Auf diese Weise wird etwa bei DHL bereits die Führung und Organisation von Containerflotten bewerkstelligt. Die Container werden durch angebrachte Sensoren permanent geprüft. Die Daten fließen dann in den digitalen Zwilling des Containernetzes. Durch den Einsatz der Künstlichen Intelligenz bzw. dem Maschinellen Lernen werden die überwachten Container so effizient wie möglich aufgestellt.

„Der Markt für digitale Zwillinge wird voraussichtlich jährlich um mehr als 38 Prozent wachsen und bis 2025 die 26-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten“, ließ Matthias Heutger, DHLs Senior Vice President Global Head of Innovation & Commercial Development in einem Bericht zum Thema Digital Twin verlauten. „Digitale Zwillinge bieten unübertroffene Möglichkeiten zur Verfolgung, Überwachung und Diagnose von Objekten. Sie werden herkömmlichen Lieferketten mit einer Reihe von Möglichkeiten verändern, um eine datengesteuerte Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit, optimierte Geschäftsprozesse und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Wir sind sehr daran interessiert, gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern Anwendungen in unserer Branche zu erproben.“

Weiterhin heißt es in dem Bericht, dass Digitale Zwillinge dabei helfen, für eine optimierte Gestaltung der Assets zu sorgen, sie besser überwachen, verwalten und warten zu können. Dabei würde auch der Service fortschrittlicher gestaltet und wertvoller Erkenntnisse aus den gemessenen Betriebsdaten gewonnen.

Warum Logistik Unternehmen auf den Digital Twin setzen

Auch Siemens Digital Logistics bietet eine Software-Lösung, die auf dem virtuellen Ebenbild basiert. Dadurch sollen sich Lieferketten präzise planen und steuern lassen. „Wir wollen die Transparenz und Zuverlässigkeit von Lieferketten auf ein neues technologisches Niveau heben“, erklärte  Schumacher Uwe Schumacher, Vice President Business Development bei Siemens Digital Logistics.

Vor allem aber wolle man die Sicherheit für die Terminplanung erhöhen und Risiken in Lieferketten minimieren. Wichtig wäre daher auch eine weltweite Zusammenarbeit. Weltweite Lieferketten müssten zu einer IT-Lösung zusammengeführt werden, die eine „End-to-End-Visibility“ in Echtzeit ermöglicht, erläuterte Schumacher diesen Ansatz.  

Sicher hat er nicht Unrecht, denn eine erhöhte Sicherheit ist nur möglich, wenn alle Partner in den Supply-Chain-Organisationen zusammenarbeiten und Transparenz bieten. Eine Lieferkette besteht oft aus vielen Komponenten. Es gibt Schiffe, Lastwagen und Flugzeuge. Dazu kommen verschiedene Bestell- und Informationssysteme und natürlich der Mensch. Das führt zu einem komplexen System, dessen Eckpunkte sich über globalen Logistikzentren Flughäfen und Containerhäfen erstrecken. Eine umfassende digital erfasste Lieferkette hilft dabei, fehlerhafte Systeme und Verzögerungen zu verhindern. Ein globaler digitaler Zwilling, der ein vollständiges  Netzwerks umfasst, wäre hier eine geniale Lösung.

Warum auch der Konsument gewinnt

Die Sensoren an den Waren selbst helfen dem Logistikdienstleister, für mehr Sicherheit zu sorgen. Und genau davon profitiert auch der Verbraucher. Ein digitaler Zwilling der Supply-Chain-Prozesse bietet schließlich ein vollständiges Bild des Wegs eines Produktes bis ins Haus. Nehmen wir als Beispiel die Lieferung von Nahrungsmitteln oder Arzneien wird die Wichtigkeit dieser Sicherheit deutlich. Die gestiegene Transparenz der Partner hilft daher am Ende allen und erhöht das Vertrauen der Konsumenten. Schließlich kann der Verbraucher durch die Schaffung digitaler Zwillinge einen vollständigen Überblick über den Lebenszyklus eines Produkts inklusive Lieferkette erhalten.



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