Die digitale Preisauszeichnung (ESL) ist im Einzelhandel im Kommen. Statt Preise von Papierschildern abzulesen, sehen wir an Regalen im Handel immer öfter elektronische Preisschilder in Form von E-Ink Displays.

Die Technologie, die häufig dahinter steckt, ist die E-Ink Technologie. Doch wie funktioniert sie und warum ist es so sinnvoll, sie einzusetzen? Wir haben mit unserem Hardware Entwickler Mohamed gesprochen, der bereits einige Projekte unter Verwendung von E-Ink Displays umgesetzt hat. Er erklärt uns die Technologie, welche Vorteile die Nutzung hat und wie sie im Handel konkret eingesetzt wird:

E-Ink Displays
Ein Beispiel für die Nutzung von E-Ink Displays: Retrofit-Lösung für das Einscannen des digitalen Kassenbons. Quelle: guco.bon

Was sind E-Ink Displays überhaupt?

Mohamed: E-Ink ist eine andere Bezeichnung für das elektronische Papier. Wir alle kennen es von E-Books. Das Display soll ein Leseerlebnis schaffen, das dem bedruckten Papier nahekommt. Beim E-Ink handelt es sich um eine solche nicht leuchtende Anzeigetechnik.

Wie genau funktionieren solche Displays?

Mohamed: Der Screen enthält Mikrokapseln, die entweder positiv oder negativ geladene Partikel enthalten. Positive Partikel sind weiß und negative sind schwarz. Mit Hilfe einer kurzen elektrischen Spannungszufuhr richten sich die Farbpigmente neu aus und so wird der Inhalt dargestellt. 

Welche Vorteile hat das E-Ink gegenüber anderen Displays?

Mohamed: Im Vergleich zu einem OLED-Display oder LC-Display benötigt das E-Ink Display viel weniger Energie, weil keine Erhaltungsspannung erforderlich ist.

 IOX Experte für Hardware Entwicklung Mohamed Ismail
IOX Experte für Hardware Entwicklung Mohamed Ismail

Das heißt, dass Energie beim E-Ink Display nur dann verbraucht wird, wenn die anzuzeigenden Inhalte aktualisiert werden. Gleichzeitig bieten E-Ink Displays bei Licht einen sehr hohen Lesekomfort. 

Bei einem OLED-Display ist hingegen jedes einzelne Pixel des Displays eine eigene Lichtquelle. Außerdem benötigt man eine Erhaltungsspannung, damit die angezeigten Informationen nicht verloren gehen. Das Display benötigt also durchgehend Energie. Das ist der entscheidende Vorteil am E-Ink Display – aber natürlich nur für Anwendungsbereiche, die über eine andere Lichtquelle verfügen.

Welche Use Cases gibt es für den Retail-Bereich?

Mohamed: Im Handel werden E-Ink Displays zum Beispiel für die digitale Preisauszeichnung (ESL – Electronic Shelf Label) genutzt. E-Ink Displays lassen sich so konfigurieren, dass sie an bestehende Warenwirtschafts- oder Kassensystem angeschlossen werden können. Mit der elektronischen Beschilderung am Regal können dann Preisänderungen zentral und zuverlässig in Sekunden aktualisiert werden. So entfällt das Auswechseln von Preisschilder aus Papier. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Papiermüll – und gleichzeitig werden Kosten eingespart.

Auch Preisetiketten an Produkten oder Textilien können durch digitale Preisschilder ausgetauscht werden. Das E-Ink Display zeigt den Preis dann stets richtig an. So lassen sich auch Rabatte leicht ausweisen.



Wie genau kann ich den Inhalt ändern, der auf dem E-Ink Display angezeigt werden soll?

Mohamed: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Inhalte der E-Ink Displays anzupassen. Zum einen können Informationen zentral über eine Datenbank aktualisiert werden. In der Datenbank hat jedes Produkt eine eigene ID. Dann kann eingestellt werden, dass zum Beispiel jeden Morgen um 6 Uhr vor Ladenöffnung Informationen geändert werden. In dem Fall verbirgt sich hinter dem E-Ink Display ein Controller, der zentral gesteuert werden kann. 

Eine zweite Option ist die Nutzung eines IoT Dash Buttons, der neben dem E-Ink Display installiert ist. Mit diesem lassen sich Informationen auf Knopfdruck aktualisieren. Das ist zum Beispiel spannend, wenn ein Kunde im Baumarkt steht und wissen möchte, wie oft ein Artikel noch verfügbar ist. Dann werden die relevanten Daten nur dann zur Verfügung gestellt, wenn sie wirklich gebraucht werden. Gleichzeitig wird Energie nur dann verbraucht, wenn aktiv auf den Knopf gedrückt wird.

Auch eignet sich die Integration von NFC-Tags am E-Ink Display, um Informationen über ein Mobilgerät aufzurufen und zu ändern. Wenn ein Angestellter beispielsweise den Preis eines Produkts ändern möchte, dann kann er das ganz einfach über sein Smartphone machen. 

Diese Lösung ist auch dann praktisch, wenn weitere Informationen bereitgestellt werden sollen, für die auf dem Display kein Platz mehr ist. Das können Hinweise zu Allergenen von Lebensmitteln sein oder zu ihren Inhaltsstoffen. In diesem Fall profitiert sogar der Kunde davon, der weitere Produktdetails (z.B. How-to-Videos), Produktdatenblätter oder die Weiterleitung zum hauseigenen Webshop erhält. 

Als Experte für IoT-Lösungen sind wir Dein kompetenter Partner in der Umsetzung der digitalen Preisauszeichnung. Melde Dich bei uns und wir schauen gemeinsam, wie wir Dein ESL-System auf die nächste Stufe bringen!

Robert Jänisch,
CEO @ IOX

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